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Daten und Fakten

Akuter Schmerz

Daten und Fakten zum postoperativen Schmerzmanagement

Als optimale Akutschmerztherapie nach einem operativen Eingriff wird eine effektive, möglichst frühzeitige und nicht-invasive Behandlung empfohlen, die bedarfsorientiert und individuell erfolgen sollte.2,3 Da nur der Patient seinen individuellen Schmerz und dessen Verlauf kennt, ist eine regelmäßige Schmerzmessung und -dokumentation des postoperativen Schmerzes umso wichtiger, um adäquat reagieren und die postoperative Analgesie bedarfsgerecht anpassen zu können.2 Ein adäquates postoperatives Schmerzmanagement wird im Krankenhaus nicht immer routinemäßig umgesetzt. Trotz verschiedener Therapieoptionen bei der Versorgung akuter postoperativer Schmerzen, leidet etwa ein Viertel der Patienten am ersten postoperativen Tag unter starken Schmerzen, ungefähr die Hälfte klagt über mäßig starke bis starke Schmerzen.4,5 Etwa die Hälfte der Patienten berichtet erst über postoperative Schmerzen, wenn diese unerträglich werden.

Entgegen der Erwartungen vieler Patienten und auch Ärzte lösen nicht nur große Operationen starke postoperative Schmerzen aus, vielmehr sind die Schmerzwerte gerade bei kleineren chirurgischen Eingriffen mit vergleichsweise geringerem Gewebetraumata wie Appendektomien, Cholezystektomien, Tonsillektomien oder Narbenhernienoperationen trotz postoperativer Analgesie oft unerwartet hoch. Das hat ein Vergleich zwischen 179 Operationsgruppen bei 50.199 Patienten am ersten Tag nach einer Operation gezeigt.1,2

Zur Verbesserung des postoperativen Schmerzmanagements und der Akutschmerztherapie in operativen Zentren/Krankenhäusern wurde das multizentrische, interdisziplinäre Benchmark-Projekt QUIPS - Qualitätsverbesserung in der postoperativen Schmerztherapie ins Leben gerufen. Damit steht deutschlandweit und auch in einigen Zentren der Schweiz ein System zum Vergleich des postoperativen Schmerzmanagements verschiedener Krankenhäuser zur Verfügung. Durch eine standardisierte Erhebung weniger Qualitätsindikatoren, deren Analyse und Rückmeldung an die beteiligten Kliniken soll die Ergebnisqualität in der postoperativen Schmerztherapie verbessert werden. Ein internes und externes Benchmarking sowie eine kontinuierliche Verlaufsbeobachtung werden durch ein webbasiertes automatisiertes Feedback ermöglicht.6 Als multinationale Aktion wurde das PAIN OUT-Projekt etabliert, ein EU-gefördertes Schmerzregisterprojekt unter Leitung des Universitätsklinikums Jena; Koordinator ist Professor Dr. med. Winfried Meißner.7

 

 Literatur:
1 Gerbershagen et al. Anesthesiology 2013; 118(4):934-944
2 S3-Leitlinie „Behandlung akuter perioperativer und posttraumatischer Schmerzen“ (AWMF-Register Nr. 041/001) - zur Zeit in Überarbeitung
3 Korczak et al., Health Technology Assessment 2013 – Bericht 126, doi: 10.3205/hta000111L
4 Gerbershagen et al., Anesthesiology 2014; 120(5):1237-1245
5 Zaslansky et al., Europ J Pain 2015; 19(4):490-502
6 www.quips-projekt.de
7 www.pain-out.eu

 

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