Reisen trotz Schmerzen

Die richtige Vorbereitung ist das A und O

Als chronischer Schmerzpatient eine Woche an der Ostsee oder in der Toskana verbringen zu können - das klingt zunächst einmal nicht sehr realistisch. Aus Angst vor einer Verschlimmerung der Beschwerden verzichten viele Betroffene von vorneherein auf lange Urlaube in der Ferne. Mit der passenden Schmerztherapie und der richtigen Vorbereitung ist diese Angst jedoch häufig unbegründet. Bevor die Reise losgeht, sollten Sie sich allerdings unbedingt mit Ihrem Arzt beraten. Da für die Zeit des Urlaubs begleitende Therapien wie Akupunktur oder Krankengymnastik wegfallen, kann es sein, dass er die Dosis der Medikamente erhöhen muss. Wer starke Schmerzmittel (Opioide) einnimmt, muss für eine Reise ins Ausland zudem eine spezielle Bescheinigung über das Mitführen von Betäubungsmitteln vorlegen. Ein solches Dokument, möglichst in englischer Sprache, stellt der behandelnde Arzt aus. Auch einen Opioid-Ausweis sollten chronische Schmerzpatienten immer mit sich führen (beides finden Sie hier zum Download, so dass Sie es gleich mit zu Ihrem Arzt nehmen und dort ausfüllen lassen können). Neben den eigenen Kontaktdaten und denen des Arztes werden dort auch Details zur Erkrankung und die verschriebenen Medikamente notiert. Wichtig: Die Bestimmungen für das Mitnehmen von Betäubungsmitteln sind international nicht einheitlich. Am besten erkundigen Sie sich deshalb vorab in Deutschland bei der jeweiligen Botschaft des Reiselandes.

Für Menschen mit Knochen- oder Gelenkschmerzen kann es besonders mühsam sein, beim Check-in am Flughafen lange anzustehen. Stressfreier ist es, wenn die Gepäckstücke vorab aufgegeben werden. Medikamente gehören aber ins Handgepäck. Die Temperaturschwankungen im Gepäckraum können die Wirksamkeit der Arzneien sonst vermindern.

Es gibt übrigens auch Reisen, die von Ärzten begleitet werden – erkundigen Sie sich einfach bei einem Reiseveranstalter über entsprechende Angebote.

Beachten Sie zudem die allgemeinen Gesundheitsrisiken in Ihrem Urlaubsland. Reisedurchfall beispielsweise kann die Wirkung von Medikamenten beeinflussen. Achten Sie deshalb darauf, dass für den gesamten Urlaub genug Medikamente vorrätig sind. Für den Fall, dass es zu Erbrechen oder Durchfall kommt, sollten Sie auch Schmerzmittel in Form von Zäpfchen oder Spritzen mitnehmen. Wer in die Sonne reist, kann die Präparate in einer Isoliertasche aufbewahren. Bei Fernreisen in eine andere Zeitzone muss die Einnahmezeit entsprechend angepasst werden.

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