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Akuter Schmerz

Definition

Akuter Schmerz

"Akuter Schmerz ist ein plötzlich auftretender und in einem begrenzten Zeitraum andauernder Schmerz, der in einem offensichtlichen und direkten Zusammenhang mit einer Gewebe- oder Organschädigung steht.“ (1)
Der akute Schmerz hat damit eine lebenserhaltende Alarm- und Schutzfunktion. Er begleitet Verletzungen und Krankheitsprozesse, tritt zeitnah auf und ist zeitlich begrenzt. Im Gegensatz zum chronischen Schmerz (pathologischer Schmerz) kann beim akuten Schmerz in der Regel eine physiologische Schmerzursache benannt werden.

Akuter Schmerz sollte frühzeitig und angemessen behandelt werden, um eine chronische Schmerzentwicklung zu vermeiden.

Beispiele für akute Schmerzen sind:

  • Postoperative Schmerzen
  • Akuter Kopfschmerz
  • Menstruationsbeschwerden
  • Verbrennungen, Zerrungen
  • Aktivierte Arthrose
  • Frakturen
  • Zahnschmerzen 

Quellenangabe:
(1) Quelle: Expertenstandard Schmerzmanagement in der Pflege bei akuten Schmerzen, Deutsches Netzwerk für Qualität in der Pflege (DNQP), 1. Aktualisierung 2011, Seite 58

Beschreibung und Unterscheidung

Grundsätzlich muss unterschieden werden zwischen dem akuten Schmerz mit seiner eindeutigen Warn- und Schutzfunktion sowie dem chronischen Schmerz, der seinen Bezug zum auslösenden Ereignis verloren hat und zur eigenständigen Krankheit geworden ist.

Die Warn- und Schutzfunktion des akuten Schmerzes dient der körperlichen Unversehrtheit bzw. Funktionsfähigkeit. Akute Schmerzen haben die Aufgabe, Schädigungen aufzuzeigen und durch Einleiten von Ausweichreaktionen vor weiteren Schäden zu bewahren, etwa indem wir die Hand von einer heißen Herdplatte wegziehen.

Aufgrund seiner eindeutigen Warnfunktion sowie der normalerweise absehbaren Schmerzdauer (Nachlassen des Schmerzes nach Ende der Schädigung oder Abheilen) wird der akute Schmerz von den Patienten in der Regel akzeptiert und bis zu einem gewissen Grad toleriert.

Chronische Schmerzen dagegen dauern über den üblichen Verlauf der akuten Erkrankung oder der zu erwartenden Heilungszeit an. Sie haben ihre Ursache sowie Schutzfunktion verloren. Für den Patienten stellen sie eine nicht zu unterschätzende Beeinträchtigung dar, für den behandelnden Arzt eine besondere therapeutische Herausforderung.

Akuter Schmerz – Beeinflussende Faktoren

Verschiedene endogene und exogene Faktoren führen zu einer Zu- oder Abnahme des Schmerzes. Auf der physiologischen Ebene entsteht der Schmerz etwa durch eine Verletzung. Zur Linderung kommen Medikamente zum Einsatz, die gezielt Einfluss auf die Schmerzweiterleitung und -verarbeitung nehmen, etwa indem sie die Übertragungsmechanismen unterbrechen.

Psychische und soziale Faktoren spielen für die Schmerzursache sowie für das individuelle Schmerzerleben eine mindestens ebenso große verstärkende oder lindernde Rolle:

Häufig können die Patienten schmerzverstärkende und schmerzmildernde Faktoren eindeutig ausmachen. Sie können Schmerzauslöser benennen und beschreiben unter welchen Bedingungen sich die Schmerzsymptomatik verschlechtert. Dazu zählen etwa Haltungsänderungen und Bewegungen, sowie Einflüsse wie Ernährung, Stress und berufliche körperliche Belastungen.

Meist bedingen sich Schmerzen und Stressreaktionen wechselseitig.

  • Chronischer Schmerz

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